Veranstaltungen

Zusammenfassung 2. Fachtag Lymphödem

Die Zahl der Erkrankten geht allein in Deutschland in die Millionen. Schätzungen zufolge sind es 1,5 Millionen und mehr. Die Ursachen sind vielfältig, unterscheiden sich nach dem Krankheitsbild und reichen von hormonellen Störungen bis zu angeborene Fehlbildungen des Lymphgefäßsystems.

Wie Patientinnen auf ihre Diagnose reagieren sollten, um im Alltag weiter bestehen zu können, dazu sprachen Referenten und Aussteller vor rund 90 Teilnehmerinnen der 2. Fachtagung Lymphödem. Unter dem Leitmotiv: Diagnose, Maßnahmen, Kosten, entfaltete die Veranstaltung ein großes Informationspaket über den Zeitraum von mehr als 5 Stunden mit zahlreichen Diskussionen.

Schon zu Beginn der Fachtagung wurde dank der sachkundigen Beiträge aus dem Publikum deutlich: Das Wissen um lymphödemische Erkrankungen wächst - nicht nur auf der Experten-Seite, sondern auch bei den Betroffenen.  Es vergrößert sich seit einigen Jahren, insbesondere in im diagnostischen Bereich, nachdem es fast 100 Jahre auf dem Stand der Forschung im ausgehenden 19. Jahrhundert stagnierte.

Der Düsseldorfer Chirurg, Dr. Olaf Deling, referierte dazu die heute genauer bekannten, durch das geschulte Auge erkennbaren Merkmale des Morbus Dercum in Abgrenzung zu lymphödemischen Krankheitsbildern, insbesondere aber zum Lipödem. Wobei, und das machte Herr Dr. Olaf Deling immer wieder klar,  für Patientinnen wie für Ärzte das genaue Wissen um die Art der Erkrankung die Währung ist, mit der auf den Behandlungserfolg eingezahlt wird.

(Die Folie 8/14 seines Vortrags gibt zu den verschiedenen, von ihm angesprochenen Krankheitsbildern einen informativen Überblick und listet zudem jedem Krankheitsbild eine Bewertung der Behandlung durch Diäten zu.)

Und wies zugleich sehr überzeugend darauf hin, dass mit Fehldiagnosen niemandem gedient sei  - und zwar insbesondere auch nicht dann, wenn die Diagnose Lipödem aus der Sicht der Patientinnen eine gewisse Verringerung der - mit der Krankheit zumeist einhergehenden - psychosozialen Probleme bedeute. 

Frau Dr. Andrea Tölle beantwortete mit ihrem Vortrag die Fragen vieler Fachtagteilnehmerinnen, wie genau und mit welchen Maßnahmen vor dem Hintergrund ihrer langjährigen Erfahrungen, lymphödemische Erkrankungen am besten behandelt werden.

Dazu sprach sie vor allem die vielfältigen konservativen Maßnahmen an: "Bandagen müssen absolut richtig ausgeführt werden, wenn sie nicht das Gegenteil der erwünschten Wirkung erzielen sollen. Was aus ihrer Beobachtung allerdings häufig vorkommt und dann ein Grund ist, weshalb Patientinnen zu ihr in die Praxis kommen.

Frau Dr. Andrea Tölle beendete ihren Vortrag mit dem Hinweis, dass 'Thoraxbandagen' in vielen Fällen leider noch immer das einzige Mittel der Wahl sind, solange die Forschung mit ihren Arbeiten zur Ersetzung konservativer durch operative Maßnahmen noch nicht ganz durchgestoßen ist. In diesem Zusammenhang sprach sie auch von den Forschungen der Lymphknotentransplantation, wie sie etwa in Düsseldorf durch Frau Dr. Katrin Seidenstücker, geleistet wird.

An ihren Vortrag anschließend , machten Vertreter der Firmen Juzo, Medi, Ofa und Anita den Teilnehmerinnen Mut, indem sie ihnen den hohen Tragekomfort und medizinische Wirkung ihrer Produkte eindrucksvoll demonstrierten.

Die Fachtagung abschließend sprach, Gerhard Kruse aus Kiel, über die Dynamik des Recht im deutschen Gesundheitswesen, die den Versicherten immer wieder Möglichkeiten bietet, erstaunliche Versorgungsleistungen mit den Krankenkassen zu verhandeln.

PDF Dokument Vortrag Dr. Deling

Lymphnetz NRW